Kaltbutpferde

 

In der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts waren 2/3 des gesamten Pferde-Bestandes in Deutschland Kaltblüter.

Motorisierung der Landwirtschaft und im Transportwesen bescherten ihnen ein konsequentes „Aus“ innerhalb weniger Jahre. Heute liegt das Überleben dieser schweren Pferde, die einen außergewöhnlich hohen Anteil an dem haben, was wir als unser ganz  selbstverständliches Lebensumfeld betrachten (Aufbau von Kultur und  Kulturlandschaft), überwiegend in privater Hand. Dabei sind die Einsatzmöglichkeiten solide ausgebildeter Kaltblutpferde äußerst vielfältig. Über das Holzrücken, das Arbeiten in Spezialkulturen oder das Pflegen öffentlicher Parks hinaus, gibt es auch auf Reiterhöfen und im Freizeitbereich die unterschiedlichsten Möglichkeiten. In jeder Situation beweisen sie Umsicht, Ausgeglichenheit, Kraft und Klugheit.

Wenn sich die schweren Pferde in Trab oder Galopp bewegen „wackelt die Heide“. Mit erstaunlicher Eleganz und Harmonie haben sie dennoch jede Bewegung gut unter Kontrolle.

Bei uns leben drei wunderbare Kaltblüter. Die junge Rappstute Brygida ist ein polnisches Kaltblut – sie hat ein Stockmaß von 170 cm und wiegt rund 850 kg. Sie begeistert durch ihren ausgeglichenen Charakter und ihre Leichtigkeit. Brygida lebt sich gerade ein und ist unser Pferd für die Zukunft. Unser Opa Franz (28) – ein Schleswiger Wallach – hat ein erfülltes Arbeitsleben hinter sich und genießt nun seinen Ruhestand. Er war zunächst in einem Forst- und Fuhrbetrieb in der Heide aktiv, danach bei uns in zahlreiche Film-, Fernsehaufnahmen und Veranstaltungen eingebunden. Unsere 18-jährige rheinisch-deutsche Hauptstammbuchstute Eika dagegen ist ein ganz anderes Kaliber. Etwas kleiner im Stockmass bringt sie doch etwas mehr auf die Waage als Brygida. Sie entstammt einer alten Zuchtlinie, die weit mehr Masse verlangte und besticht nicht nur durch ihre Optik und ihr fein geschnittenes Gesicht, sondern auch durch ihr ausgeglichenes Wesen.